Der isses! – Wie eine kleine Schlafmütze unser Herz eroberte

Bevor Leo Löwenherz zum Prinzen von Pöbel wurde, war er etwas ganz anderes: ein kleiner, tapsiger, flauschiger Welpe. Lieb. Sanft. Eher zurückhaltend. Und mit einer ausgesprochen bemerkenswerten Begabung fürs Schlafen.
Als Frauchen und Herrchen die Welpen zum ersten Mal besuchten, herrschte fröhliches Gewusel. Sechs oder sieben kleine Fellknäuel waren gleichzeitig der Meinung, dass die beiden Menschen unbedingt gründlich untersucht werden mussten.
Es wurde geklettert, geschnuppert und gezupft. An Haaren. An Brillen. An allem, was irgendwie erreichbar war.
Welpe Nummer eins: „OH! MENSCHEN!“
Welpe Nummer zwei: „ICH NEHME DIE BRILLE!“
Welpe Nummer drei: „UND ICH DIE HAARE!“
Herrchen: „Ähm … hallo, ihr kleinen Rabauken.“
Frauchen: „Die sind ja alle unglaublich süß!“
Mittendrin saßen Frauchen und Herrchen, belagert von einer ganzen Welpenmannschaft. Nur einer ließ sich Zeit.
Ein kleiner Red-Merle-Junge mit blauen Augen kam als einer der Letzten dazu. Er schaute sich die beiden Menschen an, schnupperte kurz – und beschloss offenbar, dass die Sache damit ausreichend geklärt sei.
Leo: „Hm. Zwei Menschen.“
Frauchen: „Na, du kleiner Schatz?“
Leo: „Riechen nett.“
Herrchen: „Und was machst du jetzt?“
Leo: „Ich glaube, ich bleibe.“
Dann rollte sich Leo unter Frauchens Beinen ein.
Und schlief ein.
Einfach so.
Während seine Geschwister weiter herumturnten und offenbar versuchten, den Weltrekord im gleichzeitigen Menschenbeklettern aufzustellen, hatte der kleine Leo seinen Platz gefunden.
Frauchen: „Schau mal. Der schläft einfach.“
Herrchen: „Mitten in dem ganzen Trubel?“
Frauchen: „Ja. Unter meinen Beinen.“
Leo: „Pssst. Ich habe gerade einen sehr wichtigen Termin.“
Frauchen: „Was denn für einen Termin?“
Leo: „Mit meinem Mittagsschlaf.“
Da war die Entscheidung gefallen. Nicht wegen des wildesten Spiels, des lautesten Bellens oder des spektakulärsten Sprungs. Sondern wegen eines kleinen, sanften Welpen, der kurz Hallo sagte und sich dann vertrauensvoll zum Schlafen einkuschelte.
Frauchen: „Der isses.“
Und so wurde aus dem kleinen Schlafmützen-Welpen unser Leo Löwenherz.
Wer ihn damals gesehen hätte, hätte vermutlich auf einen besonders gemütlichen, friedlichen Hund getippt. Einen, der Konflikte meidet. Der freundlich schnuppert. Der am liebsten einfach irgendwo liegt und schläft.
Und eine Weile sah es tatsächlich so aus.
Doch dann kam etwas, auf das niemand den kleinen Plüschbären ausreichend vorbereitet hatte.
Die Pubertät.
Mama: „Leo? Warum bellst du denn plötzlich die Mülltonne an?“
Leo: „MAMA! DIE IST BLAU!“
Mama: „Und die Frau auf der anderen Straßenseite?“
Leo: „VERDÄCHTIGE TASCHE!“
Mama: „Und die Leute an der Bushaltestelle?“
Leo: „STEHEN EINFACH SO RUM! DAS KANN ICH NICHT DURCHGEHEN LASSEN!“
Aus dem kleinen Jungen, der sich beim ersten Kennenlernen friedlich unter Frauchens Beinen eingerollt hatte, wurde nach und nach ein junger Aussie mit sehr großen Gefühlen, einer erstaunlich lauten Stimme und einer eigenen Meinung zu praktisch allem.
Die Schlafmütze war noch da. Irgendwo. Meistens abends auf dem Sofa.
Aber tagsüber hatte jetzt jemand anderes Dienst.
Seine königliche Pöbeligkeit: Prinz Leo Löwenherz der Erste.
WAS BLEIBT Am Anfang stand kein kleiner Rabauke, sondern ein lieber, zurückhaltender Welpe, der sich Frauchen und Herrchen auf seine ganz eigene Weise ausgesucht hatte. Dass die Pubertät später so viel Aufregung bringen würde, ahnte damals niemand. Und genau dieser friedliche kleine Schlafmützen-Leo ist bis heute ein Teil von ihm.
Die Leo-Löwenherz-Chroniken · Nach wahren Erlebnissen. Die Gespräche sind liebevoll erfunden.