MAAAAAYAAAA! – Leinenführigkeit für Fortgeschrittene oder: Eine große Liebe mit Schweinestallakustik
Anfang Oktober 2026 · Ein Wiedersehen beim Gassi

Es gibt Hunde, die Leo mag. Es gibt Hunde, die Leo sehr mag. Und dann gibt es Maya.
Maya ist eine wunderschöne Red-Tri-Mini-Aussie-Dame, zwei Monate jünger als Leo und offenbar die große Liebe seines noch jungen Hundelebens. Wenn die beiden einander entdecken, könnte man meinen, die Welt habe seit Jahrhunderten kein so bewegendes Wiedersehen erlebt.
Dabei kennen sich die beiden schon fast ihr ganzes Leben.
Als Maya frisch bei ihren Menschen eingezogen war, begegneten sich die beiden zum ersten Mal. Leo war damals bereits auf dem besten Weg zum Prinzen Pöbel. Andere Hunde wurden mit einer Lautstärke begrüßt, die für einen so kleinen Kerl eigentlich völlig unangemessen war. Maya dagegen war zunächst die deutlich bravere Hälfte dieser noch sehr einseitigen Bekanntschaft.
Mayas Mama hielt deshalb lieber etwas Abstand.
Leo: „FRAUCHEN! DA IST SIE WIEDER!“
Frauchen: „Ja, Leo. Ich sehe Maya.“
Leo: „DANN GEHEN WIR HIN!“
Frauchen: „Leo, du musst nicht gleich die ganze Straße zusammenbellen.“
Leo: „ICH SAG DOCH NUR HALLO!“
Nun ja. Leos Begrüßungen hatten damals durchaus etwas von einer öffentlichen Lautsprecherdurchsage.
So blieb es zunächst bei Begegnungen aus sicherer Entfernung. Bis Maya eines Tages mit ihrem jungen Frauchen unterwegs war. Die Tochter ihrer Menschen sah die Sache offenbar etwas entspannter und ließ die beiden endlich miteinander spielen.
Und damit war es geschehen.
Zwei junge Aussies entdeckten, dass man gemeinsam wunderbar rennen, raufen, hüpfen und allerlei Unfug anstellen konnte.
Seitdem ist Maya für Leo nicht einfach irgendeine Hundefreundin.
Und Leo für Maya offenbar auch nicht.
Selbst Buddy, ein durchaus interessanter Hundebekannter, hat schlechte Karten, sobald Leo auftaucht.
Buddy: „Maya? Wollen wir spielen?“
Maya: „Moment. Ist das da hinten LEO?!“
Buddy: „Ähm … ja?“
Maya: „LEOOOOOOOO!“
Buddy bleibt zurück. Die Liebe ist manchmal grausam.
Inzwischen hat sich übrigens auch Maya prächtig entwickelt. Aus dem anfangs eher braven kleinen Aussie-Mädchen ist eine temperamentvolle junge Dame geworden, die ihrem Freund in Sachen Begeisterungsfähigkeit und gelegentlicher Pöbelei kaum noch nachsteht.
Zwei Mini-Aussies. Zwei ausgeprägte Persönlichkeiten. Und eine gemeinsame Vorstellung davon, wie man seine Gefühle angemessen zum Ausdruck bringt.
Möglichst laut.
Dass Maya und Leo inzwischen auch dann miteinander spielen dürfen, wenn Mayas Mama dabei ist, gehört zu den besonders schönen Entwicklungen dieser Freundschaft. Schließlich hat sich nicht nur Leo verändert. Auch Maya ist längst keine kleine Anfängerin mehr.
Und wenn die beiden erst einmal zusammen sind, gibt es ohnehin kein Halten.
Sie jagen sich, wechseln blitzschnell die Richtung, kugeln übereinander und veranstalten ein wildes Durcheinander, bei dem Außenstehende gelegentlich besorgt die Stirn runzeln.
Denn die Geräuschkulisse ist bemerkenswert.
„GRRRRÖÖÖFF!“
„CHRÜÜÜH!“
„GRUNZGRUNZGRUNZ!“
Wer die Augen schließt, vermutet einen gut besuchten Schweinestall.
Wer sie öffnet, sieht zwei vollkommen glückliche Mini-Aussies.
Dabei ist keiner von beiden der Chef. Mal jagt Leo Maya, mal Maya Leo. Mal wird gerauft, mal gerannt. Und zwischendurch liegen die beiden plötzlich friedlich nebeneinander, hecheln sich an und gönnen sich sogar ein kleines Küsschen.
Leo: „Maya?“
Maya: „Ja?“
Leo: „Schön, dass du da bist.“
Maya: „Find ich auch.“
Ein kurzer Moment inniger Zweisamkeit.
Dann:
Maya: „NOCH MAL?!“
Leo: „UNBEDINGT!“
Und der Schweinestall nimmt seinen Betrieb wieder auf.
Anfang Oktober kommt es nun zu einer Begegnung, die Leo vor eine ganz besondere Herausforderung stellt.
Er ist mit Frauchen unterwegs. Die Begleithundeprüfung liegt gerade hinter ihm, und die Sache mit der Leinenführigkeit funktioniert inzwischen tatsächlich erstaunlich gut.
Bis plötzlich Maya auftaucht.
Leo: „FRAUCHEN!!!“
Frauchen: „Was denn?“
Leo: „DA VORNE!!! MAAAAAYAAAAAAA!!!“
Leo setzt zum Sprint an. Kurz bevor die Leine straff wird, fällt ihm etwas ein.
Leos Gehirn: „HALT! LEINE! Wir haben doch gerade die Begleithundeprüfung bestanden!“
Leo: „Ach ja. Stimmt.“
Hüpf. Hüpf. HÜPF.
Frauchen holt auf.
Leo: „JETZT ABER!“
Ein großer Satz nach vorne.
Leos Gehirn: „LEINE!“
Leo: „JA DOCH!“
Hüpf. Hüpf. HÜPF.
So arbeiten sich die beiden etappenweise zu Maya vor. Auf der anderen Straßenseite bleibt eine Person stehen und lacht – ausgerechnet jemand, den Leo vor einigen Wochen noch ordentlich verbellt hatte. Heute ist der kleine Pöbelprinz zur kostenlosen Straßenunterhaltung übergegangen.
Und Maya?
Die ist kein bisschen vernünftiger.
Auch sie hat ihren Leo längst entdeckt und kann es kaum erwarten, endlich zu ihm zu dürfen.
Maya: „LEOOOOOO!“
Leo: „MAAAAAAYAAAA!“
Frauchen: „Leo. Leine.“
Leo: „ICH WEISS!“
Hüpf.
Ein erstaunlich disziplinierter Liebhaber ist das inzwischen. Zumindest für seine Verhältnisse.
Als die beiden endlich zusammenkommen, beginnt das übliche ausgelassene Toben. Es wird gerannt, gerauft und gegrunzt, bis die Menschen kaum noch wissen, wo der eine Aussie aufhört und der andere anfängt.
Und dann passiert es.
Leo verheddert sich irgendwie in Mayas Leine, und wenig später steht Maya plötzlich ohne Geschirr da.
Frauchen: „LEO! Wo ist Mayas Geschirr?!“
Leo: „Welches Geschirr?“
Frauchen: „Das, das sie gerade noch anhatte!“
Leo: „Keine Ahnung. Wir spielen.“
Maya: „KÖNNEN WIR BITTE WEITERSPIELEN?!“
Glücklicherweise ist nichts passiert. Das Geschirr lässt sich wiederfinden, die Menschen können aufatmen und die beiden Aussies würden am liebsten sofort zur nächsten Runde antreten.
Bei so viel Begeisterung ist eben gelegentlich mit Materialverlust zu rechnen.
WAS BLEIBT
Eine Freundschaft, die schon in der frühen Welpenzeit begann und sich trotz anfänglicher Hindernisse zu etwas ganz Besonderem entwickelt hat.
Zwei junge Hunde, die sich gegenseitig so sehr mögen, dass beim Wiedersehen regelmäßig sämtliche Sicherungen durchbrennen. Die miteinander toben können wie zwei kleine Wildschweine und im nächsten Moment ganz friedlich nebeneinanderliegen.
Und ein Leo, der seine Begeisterung nicht verloren hat, sich aber selbst bei absolutem Maya-Alarm inzwischen daran erinnert, dass man nicht einfach an der Leine losstürmt.
Vielleicht ist das sogar das Schönste an dieser Geschichte: Aus dem kleinen Pöbelprinzen, um den Mayas Mama anfangs lieber einen Bogen machte, ist ein Hund geworden, der seine große Freundin begrüßen darf.
Und Maya ist inzwischen eine mindestens ebenso begeisterungsfähige Partnerin im Unsinn.
Die beiden passen einfach zusammen.
Frauchen: „Leo, du weißt aber schon, dass du nicht jedes Mal so ausflippen musst, wenn du Maya siehst?“
Leo: „Frauchen?“
Frauchen: „Ja?“
Leo: „DAS IST MAYA!“
Frauchen: „Ich weiß, mein Schatz.“
Leo: „NA ALSO!“
Manche Dinge ändern sich eben nie.
Und das ist auch gut so. ❤️🐾
Nach wahren Erlebnissen. Die Gespräche sind liebevoll erfunden.