Zwei junge Rüden und eine überraschend friedliche Unterhaltung

Es gab da Buddy, einen jungen Jack Russell Terrier, ungefähr in Leos Alter. Und gleichaltrige Rüden waren für Leo lange eine ganz besondere Kategorie. Nicht unbedingt im positiven Sinne.
Noch einige Wochen zuvor hätte eine Begegnung dieser Art leicht in ein gegenseitiges „ICH FRESS DICH!“ ausarten können.
Leo, früher: „DU!“
Buddy: „WAS?!“
Leo: „JA, GENAU DU!“
Buddy: „KOMM DOCH!“
Frauchen: „LEO!“
Leo: „MOMENT, FRAUCHEN, WIR SIND GERADE IN VERHANDLUNGEN!“
Doch an diesem Septembertag verlief alles anders. Die beiden jungen Rüden begrüßten sich ruhig.
Leo: „Hallo.“
Buddy: „Hallo.“
Leo: „Auch ein Rüde?“
Buddy: „Ja.“
Leo: „Ungefähr mein Alter?“
Buddy: „Sieht so aus.“
Leo: „Interessant.“
Buddy: „Find ich auch.“
Und das war's. Keine Grundsatzdiskussion. Keine gegenseitigen Drohgebärden. Kein diplomatischer Zwischenfall.
Anschließend konnte Leo sogar bei Frauchen sitzen bleiben, während sie sich mit Buddys Herrchen unterhielt.
Leo: „Frauchen?“
Frauchen: „Ja?“
Leo: „Ich hab den übrigens nicht gefressen.“
Frauchen: „Das habe ich gesehen.“
Leo: „Der mich auch nicht.“
Frauchen: „Sehr erfreulich.“
Leo: „Eigentlich ganz nett, so ein anderer Hund.“
Frauchen: „Finde ich auch.“
Leo: „Können wir jetzt weiter?“
Und sie gingen weiter. Wie ganz normale Leute. Mit einem ganz normalen Hund. Zumindest für diesen einen Moment.
WAS BLEIBT Nicht nur die Begegnung selbst verlief friedlich. Leo konnte sich anschließend auch wieder lösen und bei Frauchen zur Ruhe kommen. Nach den wilden Anfängen war das alles andere als selbstverständlich.
Die Leo-Löwenherz-Chroniken · Nach wahren Erlebnissen. Die Gespräche sind liebevoll erfunden.